Eisige Rettung am Irrsee

Am 4. März führten die Feuerwehren von Zell am Moos, Tiefgraben, und Hof gemeinsam mit dem Abschnittskommandant für Mondsee eine Übung am zugefrorenen Irrsee durch. Unterstützt wurden sie dabei von den Feuerwehrtauchern aus Weyregg unter Kommandant Norbert Spiessberger und dem Stützpunktleiter Konrad Hitzfelder.

Bei tiefwinterlichen Verhältnissen führten die Feuerwehren verschiedene Übungen durch. Angenommen wurden eine Totbergung, die Rettung einer in das Eis eingebrochenen Person und das Erproben und Üben mit verschiedenen Rettungsgeräten.
 

Die Totbergung

Eine tödlich verunglückte Person ist unter dem Eis oft sehr schwierig zu bergen. Bei Unfällen dieser Art sind daher unsere  Feuerwehren immer auf ihre Taucher angewiesen. Teamwork ist jetzt angesagt. Als erstes steht die Überprüfung der Eisdicke an, um ein gefahrloses durchführen der Bergung zu ermöglichen. An der vermuteten Stelle wird ein Einstieg für die Taucher mittels Motorsäge ausgeschnitten.
 

Da bei einer Totbergung Zeit keinerlei Rolle spielt und die Sicherheit der Einsatzkräfte immer an oberster Stelle steht, wird der Einstieg penibel genau vom Resteis befreit. Gleichzeitig werden noch zwei weitere Einstiege ins Eis geschnitten. Mit den beiden zusätzlichen Eislöchern bildet sich ein so genanntes Raster. Wenn, wie in diesem Falle eine dicke Schneeschicht auf der Eisfläche liegt, werden Bahnen zwischen den Einstiegen geschaufelt. Der Taucher sieht dann unter dem Eis diese Bahnen als schwache Lichtschimmer und kann sich zusätzlich orientieren.
 

Jetzt wird von Tauchern die Übungspuppe in der Nähe des Einstieges am Seegrund abgelegt. Diese Puppe gilt es zu finden.
 

Nach einem genauen Gerätecheck gehen die ersten Taucher unter die Eisdecke. Gesichert mit Rettungsleinen beginnen die Taucher mit ihrer Übung.
 

Die Leinen sind aber nicht nur zur Sicherung da, sondern man gibt dem Taucher durch mehrmaliges Rucken Zeichen von verschiedener Bedeutung. Zusätzlich wird mit einer Schlaufe im Seil die Entfernung des Tauchers vom Einstieg festgelegt. Die Tauchtiefe bei dieser Übung war ca. 15 m. 8 Tauchteams führten diese Übung mit allerlei Gerätschaften, wie Unterwasserkamera und Kompass, durch. Die Sicht wurde durch die vielen Taucher aber immer schlechter und für die letzten Teams war es schon sehr schwer die Puppe zu finden. Trotz dieser schlechten Sichtverhältnisse gelang es aber allen Tauchern, auf Grund Ihrer sehr guten Ausbildung, das Übungsziel zu erreichen.
 
Der zweite Teil dieser Übung war:

Eisrettungsübung mir verschiedenen Tragen

Diese, für uns Angler, wichtigste Übung fand vor der Konsortialhütte statt.
 

Dieses Szenarium ist für jeden Angler erschreckend. Man wagt sich zu weit vor und bricht durch das immer dünner werdende Eis. Zuerst bekommt man im Schock gar nicht mit, wie einem geschieht. Bei Wassertemperaturen unter 4 °C kann diese Situation aber schnell lebensbedrohend werden. Man schlägt um sich und man hat keine Chance sich mit eigener Kraft aus dieser misslichen Lage zu befreien.
 

Jetzt ist natürlich höchste Eile geboten. Ein durch ein Seil und einer Überlebenstrage gesicherter Retter nähert sich der eingebrochenen Person und fasst ihn fest an beiden Armen. Wichtig ist, dass der Verunglückte Ruhe bewahrt und seine Bergung nicht durch hektisches Umherschlagen erschwert.
 

Mit vereinten Kräften wird der Verunglückte über den Eisrand in einen sicheren Bereich gezogen. Diese Übung wurde auch mit Leitern durchgeführt. Eine derartige Eisrettungsaktion sollte übrigens immer im Team durchgeführt werden, da man alleine nur sich selbst unnötig in Gefahr begibt. Der Wert dieser Übung kann von uns Anglern gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, da er im Ernstfall das Leben retten kann.
 

Das Konsortium Zeller/Irrsee und der Sportanglerbund Vöcklabruck danken allen teilnehmenden Einsatzkräften für die Durchführung dieser Übung.