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Wunderschönes Seesaiblingpärchen |
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Die prachtvolle Färbung, kombiniert mit einem hohen kulinarischem Wert,
machen den Seesaibling zu einer der begehrtesten Fischarten die unsere
Alpenseen beherbergen. Diese früher in großer Anzahl in unseren Seen
lebenden Fische gehören in der Zwischenzeit zu den bedrohten Arten und waren
Anlass für die Benennung zum Fisch des Jahres 2005. Der Sportanglerbund
Vöcklabruck war als Gast bei einer Veranstaltung des ÖKF auf der Salzburger
Messe - Hohe Jagd anwesend. Um unseren Mitgliedern den Sinn der hinter dieser
Aktion steht, etwas besser zu erklären, veröffentlichen wir folgende
Pressemitteilungen. |
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v.l.n.r. Helmut Belanyecz,
Hofrat Dr. Albert Jagsch, KR
Dkfm. Volkmar Hutschinski, Wilhelm Milik |
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Pressevortrag mit anschließender Diskussion zum Fisch des Jahres 2005 auf
der Messe Hohe Jagd am 11.02.2005 in Salzburg |
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ÖSTERREICHISCHER
FISCHEREIVERBAND |
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Hofrat Dr. Albert
Jagsch |
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Leiter
der BA für Fischereiwirtschaft |
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Der Seesaibling, Fisch des Jahres 2005: |
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Als Fisch des Jahres soll immer
eine Fischart in den Vordergrund gestellt werden, um deren Bestand man
sich Sorge machen muss. Namhafte Fischereigremien Österreichs haben sich
2005 für den Seesaibling ausgesprochen und damit nicht nur eine
bedrohte, sondern auch eine außerordentlich attraktive Fischart gewählt. |
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Die weitreichende Zerstörung der Naturräume und
seiner Bewohner als Folge der Zivilisation bedroht unter anderem auch
den Seesaibling, weshalb namhafte Wissenschaftler bereits in den 1980er
Jahren zur weltweiten charr watch („Saiblingswache“) aufriefen. |
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Der Seesaibling (Salvelinus
umbla L.) – in älterer Literatur Salvelinus alpinus – gehört
zu einer sehr variablen Gattung der Salmoniden, weshalb die taxonomische
und nomenklatorische Situation sehr verwirrend ist, wie man auch an der
erst kürzlich vollzogenen Änderung des Artnamens (Kottelat 1997)
erkennen kann. |
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Die Gattung Salvelinus ist
holarktisch verbreitet, sie kommt also auf der ganzen Nordhalbkugel vor;
die Grenze der südlichsten Verbreitung liegt um den 45. Breitengrad. Die
Seesaiblinge treten in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Johnson
(1980) stellt für die Seesaiblinge eine Eigenschaft besonders heraus –
das Vorkommen sympatrischer Populationen, das in seiner Ausbildung und
Häufigkeit charakteristisch und einzigartig für diese Art ist. (Sympatrie:
Populationen gleicher Art verschiedener Ausbildung im selben
Verbreitungsgebiet).
Jede Form ist durch ein oder die
Kombination folgender Merkmale erkennbar:
 | Tiefenverteilung |
 | Größe bei der Geschlechtsreife |
 | Zeit und Ort des Laichens
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 | Anadrom oder nicht wandernd |
 | Kleinere morphologische
Unterschiede, besonders Färbung, Körperproportionen,
Kiemenreusendornen |
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Dem Auftreten verschiedener
Erscheinungsformen wurde in der bisherigen „Lehrmeinung“ mit der
Einteilung in Wildfangsaibling, Normalsaibling, Tiefensaibling und
Schwarzreuter Rechnung getragen. |
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Im Sinne des Artenschutzes sollte
man jedoch gerade diese Erscheinung des Auftretens gewässerspezifischer
Formen im Auge behalten. Jeder Saiblingsee wies ursprünglich eine ihm
eigene, typische Saiblingsform auf. Es ist von großer Bedeutung diese
Formenvielfalt in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten. Dieser Tatsache
sollte auch bei künftigen Einstufungen des Seesaiblings nach den
Kategorien der Gefährdung gemäß IUCN-Kriterien größtes Augenmerk
geschenkt werden. |
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Der Seesaibling ist einer der am
extremsten an tiefe Wassertemperaturen angepasste Süßwasserfisch, er ist
praktisch bis fast zum Gefrierpunkt des Wassers voll aktiv. Gegenüber
höheren Temperaturen ist er allerdings sehr empfindlich – Die
Letalgrenze für Adulte liegt bei 21 – 22 ºC, Laich stirbt bereits bei 12
ºC ab. |
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Seesaiblinge sind auch sehr anspruchsvoll, was den
Sauerstoffgehalt der Gewässer anbelangt. Die kritische Sauerstoffgrenze
liegt zwischen 4,5 und 6 mg O2 / l |
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Seesaiblinge ernähren sich
hauptsächlich von Zooplankton (besonders im Sommer) und
Benthosorganismen (besonders im Winter). In Hochgebirgsseen spielt auch
die Anflugnahrung in der eisfreien Zeit ein große Rolle. Räuberische
Lebensweise und Kannibalismus kommt eher selten vor (Wildfangsaiblinge). |
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Der Eintritt der Geschlechtsreife
schwankt bei den Seesaiblingen von Population zu Population sehr stark
und liegt zumeist zwischen 2. und 6. Jahr. Die Laichzeit fällt bei den
alpinen Populationen in die Zeit zwischen Oktober und Jänner. Bei
Populationen von Saiblingen in tiefen Seen (z.B. Attersee) kann man zu
allen Jahreszeiten laichreife Individuen antreffen. |
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Seesaiblinge laichen zumeist an
grobsteinigen Plätzen in Ufernähe aber auch in großen Tiefen. In manchen
Seen gibt es auch Populationen, die zum Laichen in die Zuflüsse
aufsteigen (z.B. Lunzer See). |
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Der Seesaibling ist Leitfisch der höher gelegenen
großen Alpenseen (Gassner et al. 2002). In vielen Seen gilt die Art als
autochthon, doch wurden sie bereits im Mittelalter in zahlreiche,
ursprünglich fischfreie Gebirgs- und Hochgebirgsseen eingesetzt. Zu
Mitte des 19. Jahrhunderts war der Seesaibling in 58% der 43 großen
österreichischen Seen (> 50 ha) als natürlich vorkommend beschrieben.
Heute gibt es in 70 % dieser Seen Populationen des Seesaiblings. Im
Irrsee (O.Ö.) ist der Seesaibling in der Mitte des 20. Jhdts.
ausgestorben. |
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Leider gibt es nur mehr ganz wenige Seen, in denen
die Seesaiblingspopulationen in ihrer Ursprünglichkeit erhalten sind.
Durch Einbringen von Besatzfischen aus anderen Alpenseen, aus Nordeuropa
und Nordamerika gibt es vielerorts nur noch Mischpopulationen. Zur
Aufklärung der Zugehörigkeit der verschiedenen Populationen sind
populationsgenetische Untersuchungen nötig und z.T. bereits im Gange. |
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ÖSTERREICHISCHES KURATORIUM FÜR
FISCHEREI & GEWÄSSERSCHUTZ |
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KR Dkfm. Volkmar
Hutschinski |
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Präsident
des ÖKF |
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Allgem.
beeideter und ger. zertifizierter Sachverständiger f. Fischerei |
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Der Seesaibling, Fisch des
Jahres 2005: |
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Bereits
zum dritten Mal haben Fischereiorganisationen Österreichs den Beschluss
gefasst, einen schützenswerten, heimischen Wasserbewohner zum Fisch des
Jahres zu wählen. |
| Nach der NASE 2003
und dem NERFLING 2004 ist nun die Wahl für 2005 auf den
SEESAIBLING gefallen. |
| Öffentliche Stellen und Medien bemühen sich
in letzter Zeit verstärkt, das Gesundheits-Bewusstsein der Österreicher
zu heben. Dazu gehört zweifellos der Konsum von
Fisch in fast jeder Form. |
| Gerade der Seesaibling, ein bereits seit
Kaiser Maximilian I. und in der Folge von den Klöstern geschätzter und
gehegter Fisch, eignet sich besonders gut dafür und verdient jede
Förderung. |
| Bedauerlicherweise wurden in den letzten
Jahren viele Bergseen mit dem amerikanischen Bachsaibling oder seinen
Kreuzungen besetzt – ein Umstand, der schnellstens korrigiert gehört.
Die Österreichischen Bundesforste als Besitzer vieler dieser Gewässer
sind aufgerufen, diesen Unfug einzustellen und dem heimischen
Seesaibling jenen ökologischen Rang einzuräumen, der ihm seit
Jahrhunderten gebührt. |
| Wir können uns nicht wünschen, dass der
Seesaibling durch falsch verstandene Bewirtschaftungsmethoden und
finanzielle Ertragsoptimierung nach und nach zu einer gefährdeten Art
wird. |
| Daher steht der Seesaibling 2005
stellvertretend für seine anderen Artgenossen als eine bedrohte und
gefährdete Fischart. |
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ÖSTERREICHISCHES KURATORIUM FÜR
FISCHEREI & GEWÄSSERSCHUTZ |
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Helmut Belanyecz |
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Vorstandsmitglied des ÖKF
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Fisch- und
Fischerei-Experte |
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Der Seesaibling, Fisch des Jahres 2005: |
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Der Seesaibling ist nicht nur ein
ausgesprochen schöner Fisch, sondern er war auch zu allen Zeiten ein
sehr begehrter Fisch. Völlig zu Recht gilt er als einer der besten
Speisefischen der Welt. Wie sein Name sagt, lebt er in Seen, bei uns in
kalten Voralpenseen und Gebirgsseen. Das südlichste Verbreitungsgebiet
liegt in den französischen Alpen und in den Pyrenäen. In Frankreich ist
er der von den Gourmets geschätzte „ombre chevalier“. |
| Schon unsere Vorfahren in der jüngeren
Steinzeit und Bronzezeit haben den Saibling mit Netzen gefangen. Im
Mittelalter stand die Berufsfischerei in hoher Blüte, die Netztechniken
waren bereits hoch entwickelt - die Saiblinge waren aber größtenteils
dem Adel vorbehalten. |
| Da der Fisch so begehrt war, wurde er
bereits im Mittelalter in alle möglichen Gewässer versetzt, bis hinauf
in die Seen des Hochgebirges. Solche Seen sind oft nur 4 oder 5 Monate
im Jahr eisfrei, trotzdem haben sich die Seesaiblinge dort gehalten.
Aber selbst in den Stadtgraben von Friesach waren Saiblinge besetzt
worden und haben sich lange Jahrhunderte darin behauptet. Die stärksten
und bekanntesten Besatzaktionen gab es unter Kaiser Maximilian.
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| Das ging durch alle Jahrhunderte so,
bis in unsere Zeit. Selbst in Seen, in denen Saiblinge vorhanden waren,
wurden zusätzlich Saiblinge aus anderen Gewässern eingesetzt. Manchmal
wuchsen die frisch Einsetzten besser ab und wurden größer und schwerer
als die ursprüngliche Population. Das führte natürlich zu noch mehr
Besatzaktionen kreuz und quer durch alle Gewässer. Es ist sicher heute
fast unmöglich, die ursprünglichen Populationen der einzelnen Seen
festzustellen. |
| Saiblinge halten sich die meiste Zeit des Jahres tief
unten im See auf. Die Angelfischerei befasste sich lange nicht mit dem
Seesaibling. In solchen Tiefen wurde mit Schleppangeln mit schwerem
Bleigewicht gefischt, die Beute waren große Hechte und Seeforellen. An
solch grobem Angelzeug wurden Saiblinge höchstens vereinzelt, sozusagen
nebenbei erbeutet. Das änderte sich mit der Entwicklung der dünnen und
im Wasser fast unsichtbaren Nylonschnüre. Von da an war auch der
Saibling ein Fisch für die Angelfischerei. Es entwickelten sich ganz
neue Techniken, wie das Fischen mit der Hegene. Ein kleines Bleigewicht
wird an dünner Angelschnur in die Tiefe gelassen, an der Schnur sitzen
kurze Vorfächer mit einer speziellen Art von künstlichen Fliegen. Diese
Kunstköder werden durch ganz kleine Bewegungen aus dem Handgelenk
sozusagen „zum Leben gebracht“. Mit einem solchen Gerät
kann man auch vorsichtige Fische wie Reinanken und Seesaiblinge fangen. |
| Aber die Saiblingsbestände sind im 20.
Jahrhundert ganz drastisch zurückgegangen, woran die Angelfischerei
jedoch keine Schuld trägt. Zum Teil vielleicht die Berufsfischerei. Aber
die Hauptursache war die Gewässerverschmutzung. Die Abwässer wurden in
die Seen geleitet. Der Saibling ist ein sehr empfindlicher Fisch, er
litt sofort unter jeder Form der Gewässerverunreinigung. Nehmen wir als
Beispiel den Wolfgangsee. In den 60er-Jahren wurde die Autobahn den See
entlang gebaut, dadurch wurde der See getrübt. Durch diese Trübung sowie
durch verschiedene Abwässer brach der Saiblingsbestand im Wolfgangsee
zusammen. Wurden im Jahr 1957 noch 5.000 kg erbeutet, so waren es 20
Jahre später nur mehr 180 kg im Jahr. Das heißt aber weiter, im
Wolfgangsee sind in 20 Jahren 96% des Saiblingsbestandes verschwunden.
Und so sieht es in allen Seen aus. In vielen Seen ist der Saibling
bereits ausgestorben. |
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Wir haben zwar heute überall
Kläranlagen und Ringleitungen, aber dafür gibt es neue hormonähnliche
Stoffe, welche selbst durch moderne biologische Kläranlagen nicht
ausgefällt werden können. Am Bundesamt für Wasserwirtschaft in
Scharfling läuft ein Untersuchungsprojekt über diese Stoffe.
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| Wir müssen festhalten, dass wir noch
weit davon entfernt sind, die angepeilten naturnahen Zustände zu
erreichen. Fischbesatz wird auf lange Zeit die einzige Methode bleiben,
um unsere Fischbestände zu erhalten. Das gilt für alle Bestände, genauso
daher auch für den Saibling. |
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VÖAFV |
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VERBAND ÖSTERREICHISCHER
ARBEITER-FISCHEREI VEREINE
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Wilhelm Milik |
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Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VÖAFV |
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Der Seesaibling, Fisch des
Jahres 2005: |
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Warum der Seesaibling? Für den VÖAFV ist die Wahl
des Fisches des Jahres ein Symbol. Der
Seesaibling soll dieses Jahr der Leitfisch sein. Es ist nicht so
wichtig, welchen Namen er trägt, viel wichtiger ist, dass man auf unsere
Fische im Allgemeinen aufmerksam macht. Wieso leben sie überhaupt noch
nach all den Unbilden, denen sie ausgesetzt sind? Meine Vorredner haben
Ihnen umfangreiche Details über den Fisch des Jahres und die Gefahren,
denen unsere Fische ausgesetzt sind, mitgeteilt. |
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Wir Fischer haben längst erkannt - zwar nicht ganz
uneigennützig -, dass ohne Schutzmaßnahmen und Betreuung unserer
Gewässer einige unserer Arten nicht mehr vorkämen. Tausende Petrijünger
sind in den Vereinen nicht nur zum Angeln organisiert, sondern leisten
kostenlose Mitarbeit bei Reinigungsarbeiten in den Revieren. |
| Wir sind also nicht nur Nutzer, sondern auch Schützer
unserer Umwelt. |
| Besonders möchte ich hier auf diese Schutzfunktion
unserer Angler und Fischer hinweisen, die schon seit Jahrzehnten, zu
einer Zeit, in der das Wort Umweltschutz noch nicht erfunden war, als
Mahner und Aufdecker tätig waren. |
| Unsere Väter und Großväter meldeten schon vor 80 Jahren
so manches Fischsterben und stellten die Ursache fest. Dies alles ist in
unseren alten Verbandsnachrichten im Archiv nachzulesen. |
| Wir möchten mit dem Leitfisch des Jahres alle Medien
bitten, uns zu helfen, die Probleme, die wir ohne die Hilfe der
Öffentlichkeit nicht bewältigen können, bekannt zu machen. Wir können
leider keine „Streicheltiere“ wie Pandabär, Fischotter oder den kleinen
Braunbär - ja sogar Greifvögel und andere gefiederte Tiere sind
wesentlich medienwirksamer - vorweisen. Aber wir setzen auf Ihren
Einfallsreichtum, wir „servieren“ zwar nur einen schönen Fisch, der aber
zum Streicheln leider völlig ungeeignet ist. |
| Der VÖAFV trägt große Summen zur Erhaltung und zur
Renaturierung unserer Gewässer und der Erhaltung der Artenvielfalt
unserer Wasserbewohner bei. Wenn Sie sich in den Medien um Meldungen
dieser Art umsehen, so klafft eine große Lücke in der Informationslinie,
als ob der Natur- und Umweltschutz nur bis zur Wasserlinie reichen
würde. |
| Unter Wasser ist die Sicht im wahrsten Sinne trübe,
trotz oft klaren Wassers. Für ein wenig mehr Medienpräsenz, damit die
Sicht wieder klar und ausgewogen wird, wären wir sehr dankbar. |
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