Hechtbesatz: Irrsee 2007

Am 15.06 wurde am Zeller /Irrsee der Hechtbesatz durchgeführt. Besetzt wurden 20.000 St. vorgestreckte Hechte.

Da der Hechtbesatz am Irrsee noch nie in dieser Form dokumentiert wurde, haben wir uns die Mühe gemacht für unsere Mitglieder einen Bildbericht über diese Besatzaktion zu verfassen. Der SAB hofft damit alle offenen Fragen bezüglich Hechtbesatz am Irrsee zu beantworten.
Hechtnachwuchs vom Attersee
Die, vom Attersee stammende, Hechtbrut wurde in Kreuzstein gezogen und zeigte sich in einer sehr guten Verfassung. Durch diese Auffrischung des Hechtbestandes mit Hechtsetzlingen wird die Qualität des Irrseehechts erhöht und damit wird auch langfristig einer Verbuttung des Weißfischbestandes am Irrsee entgegengehalten. Und um auch unsere Renkenangler zu beruhigen, es ist wissenschaftlich bewiesen, das zu einer guten Renkenpopulation auch der Hecht gehört.
 
Hechtsetzling für den Irrsee
Diese Größe ist optimal für einen Besatz. Die Hechte haben jetzt eine Länge von 4 - 5 cm und ihr Kannibalismus ist noch nicht ausgebildet. Sie ernähren sich von Zooplankton und stellen sich erst nach dem Besetzen auf Fischlarven um. Der Juni ist daher ideal für einen Hechtbesatz, durch die vielen ablaichenden Fische ist genug Nahrung im See und diese Cyprinidenlarven gewährleisten ein sehr gutes Abwachsen der kleinen Hechte. Die Hechtsetzlinge wurden kurz vor dem Besatz zusätzlich noch mit Plankton vorgestreckt um ihnen einen guten Einstieg in ihre neue Umgebung zu ermöglichen.
Die (Hecht) Zukunft liegt in unseren Händen
Um Verletzungen zu vermeiden werden auch so robuste Fische wie der Hecht nur mit feinmaschigen Keschernetzen umgesetzt.
Das wichtigste am Hechtbesatz ist das Wissen um die Verhaltens und Lebensweise unserer Hechte. Die Natur hat es so eingerichtet, dass gerade Hechte im Jungstadium ausgesprochene Kannibalen sind und vorzugsweise über die eigenen Artgenossen herfallen. Ein sinnvoller Hechtbesatz ist daher sehr arbeits- und zeitaufwändig. Jeder Hecht braucht seinen Unterstand und die Setzlinge müssen sehr weitläufig und in dichte Schilfzonen besetzt werden. Auch die Wassertiefe sollte man immer im Auge behalten, um Raubfische wie Barsche von unserem Besatz, so weit es geht, fernzuhalten. Die Überlebensrate der vorgestreckten Hechte liegt bei idealen Voraussetzungen bei ca. 5% und zeigt in ungefähr wie es unter den Junghechten nach ihrem Besatz zugeht. Sogar Brachsen wissen einen Junghecht als Mahlzeit zu schätzen und all diese Umstände lassen einen Hechtbesatz nur dann erfolgreich werden, wenn die Setzlinge sehr genau verteilt werden.
Je dichter das Schilf, desto besser und vielfältiger sind die Verstecke.
Mittels großen Messbechern werden die Kleinhechte geschöpft und am ganzen Irrsee verteilt.
 
Ein Trick beim Hechtbesatz ist das Besetzen mit einem Spritzkrug. Die Hechte werden durch die schmale Öffnung nur in kleinen Mengen in den See eingebracht und können daher besser verteilt werden. Dieser Vorgang erinnert eigentlich an Blumengießen und schaut für Nichtfischer wahrscheinlich sehr lustig aus.
 
Hier sieht man genau wie die kleinen Hechte verteilt werden. Dieser Vorgang passiert auch mit dem fahrendem Boot und man kann in relativ kurzer Zeit viele Setzlinge im Schilf und an den Schilfrändern verteilen.
 

Hier gibt es einen kleinen Film (6,5 MB) über den Hechtbesatz mit Spritzkrug.

 

Das Konsortium Zeller/Irrsee und der SAB - Vöcklabruck hoffen mit diesem Besatz den Hechtbestand im Irrsee zu fördern und wünscht all jenen, die sich der Fischwaid auf den Hecht verschrieben haben, ein kräftiges Petri Heil

Im Arbeitseinsatz waren:
Estmeister Karl, Hirschbichler Josef, Schmiderer Paul, Mikstetter Rudolf