Besatz: Pfrillen für den Irrsee 2008

Die Elritze ist ein Fisch, der viele Angler an die eigene Jugend erinnert. Wohl jeder Angler hatte seine ersten Fischkontakte mit diesem Kleinfisch (Pfründl) und kein Mensch konnte sich jemals vorstellen, dass dieser, zu tausenden vorkommende, Fisch eines Tages durch Besatz gestützt werden muss. Durch Umwelteinflüsse und schwere Eingriffe in das Habitat unserer Gewässerbewohner sind bis auf ein paar Rückzugsgebiete die Bestände der Elritzen schwer gefährdet und die Elritze hat es dadurch auf die rote Liste der gefährdeten Fischarten geschafft. Durch die Besatzpolitik der Bewirtschafter soll sich dieser Umstand jetzt, zumindest am Irrsee, ändern. Elritzen waren bzw. sind schwer zu züchten und ein Besatz ist nicht einfach zu bekommen. Der Fischzuchtanstalt Kreuzstein am Mondsee gelang jetzt der Durchbruch bei der Zucht von Elritzen und das Konsortium Zeller Irrsee bekam einen Teil der gezüchteten Elritzen für einen Besatz am Irrsee. Dieser Besatz ist richtungweisend und zeigt die zukünftige Besatzstrategie der Bewirtschafter am Zeller Irrsee. Die Artenvielfalt des Irrsees zu erhalten und bedrohte Arten zu schützen.
Besetzt wurden ca. 20000 Stück Elritzen ( Pfrillen )
In den Jahren vor 1940 wurde am Irrsee ein massenhaftes Vorkommen dieser karpfenartigen Kleinfische festgestellt. (HADEK. 1960) Anmerk. der Red. Herr Hadek war in den 60er Jahren Gewässerwart des Sportanglerbundes Vöcklabruck und seinen Schilderungen verdanken wir manch wehmütige Erinnerung an vergangene Zeiten. Seeforellen fühlten sich damals noch sehr wohl im Irrsee und jedes Jahr wurden von Sportfischern sehr schöne Exemplare gefangen. Da ja das Projekt Wiedereinbürgerung der Seeforelle nach wie vor läuft und wir unsere Bemühungen noch verstärken, siehe Brutbox, ist ein Besatz mit Elritzen ein wichtiger Schritt um Seeforellen, besonders in ihren Jugendjahren, eine Nahrungsgrundlage zu bieten. Die Elritze zählte am Irrsee ja zu den ursprünglich heimischen Fischarten und gilt leider seit einigen Jahren als nahezu verschollen.
In den mit Sauerstoff gefüllten Transportbeuteln werden die Elritzen an vorher festgelegten Stellen am Irrsee verteilt.
Um die Elritzen langsam an die Wassertemperatur zu gewöhnen, wurde der Plastikbeutel einige Zeit im Bach liegengelassen.
Eine Handvoll Elritzen für den Irrsee. Diese Kleinfische eignen sich bedingt durch ihre anpassungsfähige Lebensweise besonders gut für den Besatz am Irrsee.
Nach dem Besetzen verstecken sich die Neuankömmlinge sofort in den Steinritzen.
Hier ist die neue Heimat der Elritzen am Irrsee. In den Bacheinläufen und Schilfrändern sollen die Neuankömmlinge dafür sorgen, dass wir als Angler und Naturschützer diesen kleinen schützenswerten Schwarmfisch wieder, hoffentlich auch beim Ablaichen, in großer Zahl beobachten können.
Der SAB und das Konsortium Zeller/Irrsee bedanken sich bei allen Helfern für Ihre Mitarbeit mit einem kräftigem
Petri Heil