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Seelaubenerbrütung im Zugerglas |
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Jeder der schon früher am Irrsee gefischt hat, kann sich noch sehr gut an
die großen Lauben erinnern, die man im Spätherbst mit der Hegene gefangen
hat. Hatte man einen Schwarm erwischt, so waren schnell einige Haken
besetzt. Am Attersee ist dies heute noch möglich, aber am Irrsee gehören
diese Fänge der Vergangenheit an. Genannt wurden oder werden diese
Weißfische im Volksmund Schneelauben, Hasellauben oder Schiedlinge. Diese,
richtigerweise als Seelauben oder Mairenken benannten Fische, wurden am
Irrsee leider durch Überfischung und durch die Vernichtung einiger
Laichgebiete fast zum Verschwinden gebracht wurde. Die damalige triste
Sauerstoffsituation tat ihr Übriges. Trotz aller widrigen Umstände konnte
sich jedoch eine kleine isolierte Population am Irrsee erhalten. Und um
diesen Restbestand wieder zu alter Bestandsgröße zu verhelfen, wird mit
einem Besatzprogramm versucht die Seelaube wieder in alten Stückzahlen in
den See zu bekommen. Für unsere Mitglieder haben wir diesen erstmaligen
Besatz mit Seelauben mit der Kamera begleitet. |
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Doch was ist eigentlich die Seelaube?
In
der
Wissenschaft nennt
man
diesen
zur großen Gruppe der Karpfenartigen gehörenden Friedfisch
Chalcalburnus chalcoides mento (AGASSIZ),
und wie der Name schon sagt, ist die
Seelaube mit der uns bekannten Laube nahe verwandt und sehr
leicht mit dieser zu verwechseln. Als Freiwasserfisch lebt dieser Fisch in
den oberen Wasserschichten unserer Seen und seine ausgeprägte oberständige Maulstellung
weist in als Oberflächenfisch aus. Die Seelaube lebt aber auch von Plankton
und zieht daher in großen Schwärmen in Tiefen von 10 - 20 Meter sehr oft mit den
Maränen mit. Speziell in
der kühleren Jahreszeit sind Seelauben häufig ein Beifang beim
Maränenfischen. Zum Ablaichen ziehen Mairenken im Frühjahr in die Zuflüsse
unserer Seen auf. Aber auch kiesige
Stellen an unseren Seen werden als Laichplätze angenommen. Auch hier sind
Seelauben und normale Lauben leicht zu verwechseln und als für uns Angler
sicherstes Merkmal kann man eigentlich nur die Größe verwenden. Seelauben
sind deutlich größer als normale Lauben und nur bei genauerer Betrachtung
findet man noch mehr Unterschiede, wie der verdickte Unterkiefer oder die
Stellung der Rückenflosse zur Afterflosse.
Zur
genauen Bestimmung sollte sich jeder Sportangler ein gutes Bestimmungsbuch
zulegen um selbst die Unterschiede feststellen zu können. An dieser Stelle müssen wir auch auf das Mindestmaß
der Seelaube (20 cm) hinweisen, wogegen bei der normalen Laube keine
Mindestgröße festgesetzt ist. |
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Vorgestreckte Seelauben - ca. 6 Wochen jung |
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Hier werden die Seelauben für den Besatz
vorbereitet. Die mit Sauerstoff angereicherten Transportbeutel werden ins
Seewasser gelegt um eine größtmögliche Temperaturanpassung zu erreichen. |
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Im Freiwasser des Irrsees, weit weg von den
natürlichen Fressfeinden wie Barsche oder Junghechte, werden die Seelauben
langsam und von der stehenden Zille aus besetzt. Da diese Weißfische ja
einen Schwarm bilden sollen, muss auch die Besatzaktion diesem Verhalten
angepasst sein. |
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Jetzt kommt der entscheidende Moment. Da
wir mit Seelauben bis zu diesem Besatz keinerlei
Erfahrung hatten, waren wir natürlich sehr gespannt wie
vorgestreckte Seelauben auf ihr neues Zuhause reagieren. Zu unserer großen
Freude verhielten sich diese Freiwasserfische artgerecht und bildeten sofort
einen Schwarm der sich an der Oberfläche sammelte und langsam unseren
Blicken entschwand. |
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Es war kaum ein einzeln herumschwimmendes
Fischchen zu sehen, alle besetzten Seelauben suchten sofort den Schutz des
Schwarms und reagierten auf jede Bewegung der an der Spitze des Schwarms
schwimmenden Fische. Selbstverständlich ist es aber nur mit Besatz nicht
getan. Auch die Lebensbedingungen für Seelauben am Irrsee gehören
verbessert. Die Sauerstoffsituation und die Ablaichmöglichkeiten müssen
entsprechend sein, denn nur so haben wir eine Chance wieder einen sich
selbst reproduzierenden Bestand an Seelauben im Irrsee zu etablieren. Als
Futterfische für Seeforellen füllen die Seelauben eine ökologische Nische
aus und sind daher sehr wichtig für den Nahrungskreislauf im Irrsee. Hoffen
wir dass sich in absehbarer Zeit wieder Seelauben an der Oberfläche des
Irrsees tummeln und ihre typischen Ringe beim Mückeneinsammeln zu beobachten
sind. |
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Das Konsortium Zeller/Irrsee und der
SAB - Vöcklabruck hoffen mit diesem Besatz die Vielfalt
der Fischfauna am Irrsee zu fördern. |
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Wir möchten uns an dieser Stelle auch bei den
Mitarbeitern der Brutaufzuchtanlage Kreuzstein bedanken, die uns bei diesem
Unternehmen wie immer mit Rat und Tat zur Seite standen und mit großer
Geduld alle möglichen Fragen beantwortet haben. |
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