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In der Gemeinde Zell a. Moos lebt ein Künstler, Hr. Prof.
Brand, der für den Gemeindesaal ein sehr schönes Ölgemälde angefertigt hat.
Um dieses Kunstwerk auch unseren Mitgliedern vorstellen zu können,
veröffentlichen wir auf Wunsch des Bürgermeisters von Zell a. Moos, dieses
sehr gut gelungene Porträt vom Irrseeland. |
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Wie jeder See hat natürlich auch der Irrsee seine
von Sagen umwobene Entstehungsgeschichte |
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Sagenhafter Irrsee |
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DER JUNGFERN-SEE |
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Der Zeller-, Jungfern- oder Irrsee mit 600 Joch, 99 Klastern
Flächenmaß, 2470 Wiener Klastern lang, 510 breit, in der Nähe des
romantischen Irrsberges, ist ein wenig über eine Kugelschußweite vom Dorfe
Zell bei Mondsee entfernt. Der Nahme Jungfern See gründet sich auf eine
Sage. Da, wo jetzt der See ist, stand einst ein Schloß und eine Kirche.
Beides erbten zwei Schwestern: die eine wohlthätigen Sinnes, die andere eine
Verschwenderin. Diese öfters unter Androhung der Strafe des Himmels zur
Besserung ermahnt, öffnete ihr Herz nie der Stimme der Wahrheit. Da geschah
es, daß auf einmal das Schloß mit der Kirche und den beiden Jungfern
versank, und der jetzige See zum Vorschein kam. |
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DER IRRSEE |
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Wo sich heute der Zeller- oder Irrsee befindet, war einst das
Schloß eines Zauberers. Weitum neckte er die armen Talbewohner und suchte
besonders den Ischler Salz- und Bergarbeitern Schaden zuzufügen. Ihre
eifrige Arbeit war ihm lästig und er wollte die Maulwürfe, wie er sie
nannte, bestrafen. Eines Tages schickte er ihnen einen verschlossenen Topf
mit Sole zur Prüfung. Die Ischler trauten ihm aber nicht und sandten ihm den
sonderbaren Topf uneröffnet wieder zurück. Der Bote brachte ihn nach
mühevoller Wanderung zurück und war schon dem Schlosse nahe, da rastete er
unter einem schattigen Gebüsch, öffnete aus Neugierde den Topf, brachte ihn
aber nicht mehr zu. Immer mehr Wasser stürzte heraus, überschwemmte die
ganze Gegend und zog das Schloß hinab. So entstand der Irrsee. Aus der
tiefsten Stelle sieht man manchmal die Burg leuchten und Schiffer begegnen
bisweilen einem graubiirtigen, unheimlichen Mann, der irr und wirr über den
See fährt. |
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Quelle: Erzählungen und Volkssagen
aus den Tagen der Vorzeit von dem Erzherzogthume ob der Enns, |
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Ein Unterhaltungsbuch für Jedermann, Linz 1834, Faksimile Druck, Linz
1991, |
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DIE GRÜNDUNG VON ZELL AM MOOS |
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Selbstverständlich sind wir überzeugt von der
Richtigkeit dieser Erzählungen aus dem Reich der Sage. Für die Realisten
unter uns Anglern haben wir aber auch eine wissenschaftliche Version von der
Entstehungsgeschichte des Zeller Irrsees. |
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Die Entstehungsgeschichte des Irrsees und
seine geographische Lage |
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Der Irrsee steht seit 1959 vollkommen unter
Naturschutz. |
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Der Irrsee ist am Nordrand des
Salzkammergutes zu finden und wird von den Kalkvoralpen im Süden begrenzt.
Die Ausläufer des Traun- und Salzachgletschers schufen während der Eiszeit
etliche kleinere Zungenendbecken, die an ihren Rändern von flachen
Endmoränenwällen abgeschlossen werden. Das anstehende weiche Flyschmaterial
(Sandstein) des Untergrundes bewirkte während der Glazialerrosion, dass
heute vor allem sanfte Landschaftsformen überwiegen und diese Seen geringe
Wassertiefen aufweisen (Wallersee, Trumersee).
Das kleine Volumen bedeutet für den See aber
eine geringe Wärmespeicherkapazität. In Verbindung damit führt die
windgeschützte Lage zu einer fast regelmäßigen Eisbedeckung des Sees im
Winter, aber auch zu den hohen Wassertemperaturen
von + 27°C
im Sommer. Die Sichttiefe wird zeitweise durch mineralische
Trübe, biogene Entkalkung und das Phytoplankton beeinflusst. Ab etwa 1985
hat sich als Folge der Sanierungsbestrebungen die Wasserqualität in allen
Teilen des Sees verbessert. Die im
Vergleich zum Mondsee höher gelegene Wasserfläche des Irrsees (555m über
N.N.) entwässert über die Zeller Ache nach dem Süden. Als markanter
Bergrücken und zugleich begehrtes Wanderziel vieler Touristen sei der
Kolomansberg (1114 m) erwähnt, der den Irrsee an der Westseite begrenzt und
den Wasserkörper vor allzu heftigen Westwinden schützt. Der Irrsee ist 3,5
km lang, mit einer durchschnittlichen Breite von 600 m und einer Fläche 350
ha. Die Wassertiefe beträgt 32 Meter. Der Uferbereich wird von einem fast
geschlossenen Schilfgürtel gesäumt, der nur an wenigen Stellen, vorrangig
bei Badeplätzen und im Mündungsbereich kleinerer Bäche, unterbrochen wird.
Diese "Geröhrichte" fungieren als Kinderstube vieler Jungfische und
sind zugleich wichtigste "Filteranlage" des Sees. Fast alle anschließenden
Wiesen weisen außerdem sumpfigen, moorigen Charakter auf und spielen als
Rückhaltespeicher eine wesentliche Rolle im gesamten Wasserhaushalt. Das
weitere Umland des Irrsees ist Bauerland mit Grünlandwirtschaft, wobei die
restriktive Besiedlungspolitik der Vergangenheit die ursprüngliche Form der
Streuhöfe erhalten konnte. Nur an wenigen Stellen rückte der Mensch
gefährlich nahe an den See heran, mit Campingplätzen, Badeanlagen oder
Bootshäusern. Gott sei Dank ist dies nur eine periodisch auftretende
Überpräsenz unserer Freizeitgesellschaft und wird von der Biozönose
des Sees relativ gut abgefangen. Das Nordmoor steht als besonders
schützenswerter Bereich zur Gänze unter Naturschutz den es auch zu erhalten
gibt. Dieser Bereich wird in Zukunft, auch für jeden klar
ersichtlich, durch Tafeln gekennzeichnet. Dort herrscht ein
Betretungsverbot, das wir selbst auch mitüberwachen wollen. Alle übrigen
Bereiche des Irrsees sind über die gekennzeichneten Wege zugänglich und im
unmittelbaren Uferbereich auch für die Fischer begehbar. |
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Die wichtigsten
Daten des Irrsees |
| Seehöhe (m. ü. A.) |
553 m |
| Fläche (km²) |
3,55 km² |
| max. Tiefe (m) |
32 m |
| Uferlänge in km |
11,2 km |
| Volumen (Mio. m³) |
53 Mio. m³ |
| Wassererneuerung (Jahre) |
1,29 Jahre |
| Trophieklasse |
oligo-mesotroph |
| Einzugsgebiet in km² |
27,5 km² |
| max. Wassertemperatur in ° C |
28 ° C |
| Besitzverhältnisse |
Konsortium
Zellersee |
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Quelle: Land Oberösterreich / Natur |
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Petri Heil |
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