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Jedes Jahr im Frühling spielt sich an den
Kiesbetten und Zuflüssen unserer Seen ein Schauspiel der besonderen Art ab.
Die Lauben feiern Hochzeit und machen mit einem weithin sichtbaren Spektakel
auf sich aufmerksam. Da die meisten Angler das Laichspiel der Lauben zwar
kennen, sich aber in der Regel nicht besonders damit beschäftigen, wollen
wir versuchen die Lauben und ihr Laichverhalten unseren Anglern etwas näher
zu bringen. Lauben kennt jeder Hechtfischer als Fisch der sich vorzüglich
für die Schleppangel eignet. In früheren Jahren wurde die Laube
auch bevorzugt als lebender Köderfisch für den Hechtfang an die Schluckangel
montiert. Durch sein lebhaftes Schwimmverhalten und die weithin sichtbaren
silbernen Schuppen, verführte dieser Kleinfisch unzählige kapitale Hechte.
Leider ist auch bei den Lauben, wie bei vielen Kleinfischarten, ein seit Jahren bemerkbarer Bestandsrückgang zu
verzeichnen. Die Ursachen dafür sind hinlänglich bekannt und vielfältig. Die
Zerstörung von Laichhabitat, Überfischung oder Umwelteinflüsse sind leider
Dinge die unsere Lauben sprichwörtlich ausbaden müssen. Wir können das Rad
der Zeit leider nicht mehr zurück drehen, aber die Zukunft dieser, für ein
funktionierendes Ökosystem so wichtigen Kleinfische, diese Zukunft können
wir durch Besatz und schonendes Verhalten während der Laichzeit sichern.
Schonendes Verhalten bedeutet, Laichzonen nach Möglichkeit nicht zu betreten
und die Lauben während dieser Zeit nicht zu beangeln. Das sollte ja
eigentlich selbstverständlich sein, da ja Lauben eine gesetzliche Schonzeit
vom 16. Mai bis zum 30.Juni genießen. Jeder Fischer kann somit seinen Teil
dazu beitragen, damit die Lauben ungestört Hochzeit feiern können. Leider
kann man immer wieder beobachten, wie Badegäste, aber auch Fischer mitten
durch die Gelege spazieren. Da dies ja meistens nicht mit Absicht passiert,
werden am Irrsee ab nächstes Jahr Tafeln mit dem Hinweis - Laichschongebiet
- aufgestellt. Vielleicht fördern diese Tafeln ja eine positive Einstellung
betreffend laichender Fische. Es soll ja nicht so sein, dass um viel Geld
Besatz eingebracht wird und gleichzeitig der eigene wertvolle Nachwuchs das
Eistadium durch unbedachtes Betreten der Laichplätze nicht überlebt. |
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Ein Milchner stimuliert den Rogner zur
Eiabgabe |
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Es ist immer wieder ein Erlebnis der
besonderen Art wenn man, so wie hier am Irrsee, das Laichspiel der Lauben
beobachten kann. Die Laichzeit fällt in die Zeit von April bis Mai und wer sich jetzt etwas Zeit nimmt bekommt faszinierende
Einblicke in das Leben unserer Lauben. Es liegt eine gewisse Spannung unter
der Wasserlinie und die Milchner schwimmen aufgeregt den Rognern nach, um
den besten Platz an der Seite des Weibchens im Moment der Eiabgabe zu
ergattern. |
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Ideale Laichplätze dieser karpfenartigen
Kleinfische sind flache leicht überströmte Kiesbetten in den Uferzonen
unserer Seen. An diesen, meist sehr gut einzusehenden Stellen legen die
Lauben schubweise, und zum Teil auch in der Nacht, ihre Eier ab. In Ermangelung von Kiesbetten werden die
klebrigen Eier aber auch an Wasserpflanzen oder Totholz geheftet, wobei hier
die Reproduktion in der Regel nicht für einen optimalen Bestand ausreicht.
Ein guter Laubenbestand ist daher immer mit ausreichenden und vor allem
geeigneten Laichplätzen verbunden. |
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Das heftige
Geplätscher zeigt uns, die Lauben haben mit der Eiablage begonnen. Schubweise werden bis zu 10.000
klebrige und gelbliche Eier (Durchmesser 1,5 mm) an
dieser flachen und kiesigen Stelle abgelegt.
Die Milchner bekommen zur Laichzeit eine orange Färbung an den Brust und
Bauchflossen. |
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Das Ergebnis der Laubenhochzeit kann sich
sehen lassen. Überall an den Steinen und in den Zwischenräumen kleben Eier
die durch das klare und sanft strömende Wasser mit
Sauerstoff versorgt werden.
Innerhalb weniger Tage schlüpfen die Jungfische und beginnen ihr
gefahrvolles Dasein in unseren Gewässern. Die kleinen Fischchen ernähren
sich von Plankton und von auf der Wasseroberfläche treibenden Insekten. In
Schwärmen bevölkern sie jetzt die flachen Gewässerabschnitte um den immer
gegenwärtigen Barschen zu entkommen. |
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Auch der Haubentaucher holt sich seinen
Anteil an den immer noch um die Gelege herum schwimmenden Lauben. Aber das
ist die Natur und wir als Angler sollten diesem Tauchvogel seine Mahlzeit
gönnen. Es ist ja kein Zufall dass die Natur es so eingerichtet hat, dass der
Haubentaucher genau jetzt seinen Nachwuchs aufzieht. |
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Die ärgsten Laichräuber sind aber mit
Sicherheit die an den Laichplätzen in großer Anzahl vorkommenden Barsche.
Nicht ist vor ihnen sicher, Eier und die Brut werden von den Barschen
gefressen. Dieses zum ökologischen Kreislauf gehörende Verhalten kann einen
guten Laubenbestand allerdings nicht gefährden. Wie Hohn oder wie eine
Drohung klingen da die Bestrebungen, den Seespiegel am Irrsee abzusenken.
Wir als Angler und Naturschützer haben daher die Verpflichtung durch
umsichtigen Besatz und Gewässerschutz den ökologischen Kreislauf auch in
Zukunft zu gewährleisten. Den Gewässerqualität und der Schutz von
Laichplätzen sind unabdingbare Vorraussetzungen die einen, für alle
Fischarten passenden, Lebensraum Irrsee garantieren. Denn schließlich sollen
ja auch noch unsere Kinder das Schauspiel der Laubenhochzeit bewundern
können.
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Petri Heil |
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Rudolf Mikstetter |
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