Da uns immer wieder Mitglieder nach der Ursache des jüngsten Rechtsstreites, betreffend das Naturschutzgebiet am Südufer, fragen, wollen wir hier unserer Informationspflicht gegenüber den SAB -  Mitgliedern nachkommen und die Umstände die zu dieser Eskalation führten etwas näher erklären.

Der Tatort

Der Titel ist bewusst so gewählt, denn wenn man harmlose Fischer, die in der Natur Ihre Freizeit verbringen, kriminalisiert und vor ein Gericht bringt, kann man durchaus von einem Tatort sprechen.

Am Südufer, am Beginn des Schilfgürtels gelegen, ist dieser Platz auf Grund einer natürlichen breiten Schilfschneise ein beliebter Standplatz für Karpfenangler. Und wie jeder Karpfenfischer weiß, sind derart gut zugängliche Karpfenplätze am Irrsee eher Mangelware.

 

Doch betrachten wir einmal in aller Ruhe den genannten Platz. Beim ersten Hinschauen ist ja noch alles in Ordnung.  Skeptisch macht einen aber, wenn man bedenkt, das die linke Schilfschneise als Badeplatz genutzt wird und die rechte Schneise als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Aber egal, auch Badegäste brauchen ihren Platz und Naturschutzgebiete haben durchaus Ihre Berechtigung.

 

Gehen wir der Sache noch näher auf den Grund, so wird die ganze Situation rund um diese Parzelle im Naturschutzgebiet noch unverständlicher. Traktorspuren führen, tiefe Eindrücke, nicht nur beim Fotografen hinterlassend, direkt zu der betroffenen Schneise. Aber egal, auch die Landwirtschaft hat ihre Berechtigung und braucht für die Bewirtschaftung Wege für Ihre Maschinen.
 
Jetzt stehen wir direkt am Ort des Geschehens und sehen eine, wie wir im Volksmund sagen, richtige Gstettn. Keine Spur von seltenen Pflanzen oder Tieren. Im Gegenteil, angeschwemmtes Treibgut verrottet vor sich hin, unbehelligt vom sonst so rührigen Naturschutzwacheorgan. Wenn man bedenkt, welche finanzielle Abgeltung dieses Organ bekommt, stimmt es schon bedenklich, dass dieser es nicht der Mühe wert findet, ab und zu den Platz sauber zu halten. Aber egal, ein Naturschutzorgan ist nicht für die Müllentsorgung da.
 
Auch Angler sind eigentlich nicht für die Müllentsorgung zuständig. Da wir aber unsere Natur nicht nur schützen sondern auch schätzen, entsorgen wir auch Abfälle die von anderen Seennutzer stammen. Aber egal, Angler sind anscheinend für selbsternannte Naturschützer sowieso nur ein notwendiges Übel.
 

Wofür ein Naturwacheorgan da ist, sahen wir in Folge eines Vorfalls der zum Teil die Gerichte bis heute beschäftigt. Da wir schon von anderen Anglern über das Treiben dieses Herrn informiert worden waren, harrten wir der Dinge die da kommen. Das Auftreten dieses Herrn, wie man an diesem Foto unschwer erkennen kann, war einfach unglaublich. Um die Sache aber nicht noch mehr aufzuschaukeln, möchten wir hier auf  Details der Amtshandlung verzichten. Die Abschrift liegt ja bei den zuständigen Behörden auf. Auf jeden Fall ist es eine bodenlose Ungerechtigkeit, wenn Angler, die in aller Ruhe ihrem Hobby nachgehen mit derart drakonischen Strafen belegt werden. Noch dazu wenn man weiß, dass sogar die Jägerschaft zum Betreten dieser Parzelle berechtigt ist. In Worten, man darf auf Enten schießen, aber man darf nicht still in seinem Sessel sitzen.

 
Sämtliche folgende Fotos sind vom 15.Juli 2006
Wenn man jetzt, frustriert ob der Umstände, das Angeln ganz bleiben lässt und einen Spaziergang entlang dem Westufer macht, dann macht man nur 500 m weiter, ganz sonderbare Entdeckungen. Hier befindet sich, gekennzeichnet durch eine Tafel, eine weitere Parzelle des Irrsee Naturschutzgebietes und man siehe und staune.
 
Streuwiese beim Bauern Schink
Mitten durch die Streuwiese wurde ein Weg gemäht, frei nach dem Prinzip, der schnellste Weg zum See ist immer noch der gerade.
 
Ist man am Uferstreifen angelangt, fällt einem gleich ein, in einer Schilfschneise, deponiertes Surfbrett auf.
 
Truhen und Bänke gehören selbstverständlich auch in ein Naturschutzgebiet. Oder wurde dieser Uferstreifen vielleicht nicht unter Naturschutz gestellt? Gibt es hier Sondergenehmigungen? Welche Sondergenehmigungen haben Angler am Irrsee?
 
Eine ca. 5m breite Schneise wurde in den Uferstreifen der Streuwiese gemäht. Aber anscheinend ist der besonders sensible Uferbereich keines Naturschutzes würdig.
 
Neben Bänken ist eine ungesicherte Feuerstelle ist zu sehen !!
 
   Und als Krönung liegen Waschbetonplatten in der Uferzone. Warum wird hier kein Naturwacheorgan tätig ? Gilt der Naturschutz am Irrsee tatsächlich nur für Angler ? Die Zukunft wird es weisen.