Wissenschaftliche

Untersuchung der Maränen am

 Irrsee 2008

Am 18.10.2008, bei wunderbarem Herbstwetter, wurde am Irrsee die jährliche Untersuchung der Irrsee Maränen durchgeführt. Notwendig ist diese Untersuchung, um die Alterspyramide, Bestandsdichte und das Abwachsen der Coregonen, festzustellen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Gassner vom Bundesamt für Wasserwirtschaft wurde am Vortag ein Multimaschen - Netz (Verschiedene Maschenweiten) im Bereich des Südmoores ab einer Tiefe von 15 m ausgelegt. Diese, jetzt schon einige Jahre laufende, Untersuchung liefert dem Bewirtschafter wichtige Daten um das Aufkommen und Abwachsen der Irrseemaräne auch für die Zukunft zu gewährleisten. Die Bestandsentwicklung, aber auch die Nutzung, der Maränenpopulation kann mit den Ergebnissen dieser Untersuchung sinnvoll und nachhaltig gesteuert werden. Es ist ja kein Zufall, dass seit der Einführung des Fangfensters von 38 - 45 cm, die Durchschnittsgröße der gefangenen Maränen wieder im steigen ist. Auch gilt diese Untersuchung als Basis für die erlaubte Stückzahl der auszufangenden Maränen. Einer Überfischung wird damit Einhalt geboten und es wird nur der, sagen wir Ertrag, abgefischt ohne den Bestand zu gefährden. Es ist ja am Irrsee ein großes Glück die Fischereibestimmungen schnell und ohne Verzögerung neuen Bedingungen anpassen zu können. Wohin eine nicht nachhaltige Fischerei führen kann, sieht man ja an vielen anderen See, wir nennen hier absichtlich keine Namen, wo Maränen oder Reinanken, nur noch selten dass für Sportfischer erforderliche Mindestmaß erreichen. Auch am Irrsee gab es in der Vergangenheit durch Überfischung einen dramatischen Rückgang der Maränenpopulation und nur durch drastische Maßnahmen, viele Angler können sich noch an die Zeit mit 20 Stück Jahresausfang erinnern, konnte damals eine ernsthafte Gefährdung oder gar Auslöschung des Bestandes vermieden werden. Der Irrsee ist jedoch heute, durch eine sinnvolle Bewirtschaftung, basierend auf dieser Untersuchung, für Renkenangler eine Insel der Seligen und der Fang einer maßigen Maräne ist für jeden gestandenen Maränenfischer kein Problem. Da ja viele Sportangler, wenn von Netzen die Rede ist, sehr sensibel und kritisch reagieren, haben wir einen kleinen Bildbericht zusammengestellt um unseren Mitgliedern zu zeigen, wie wichtig dieser Netzzug für die Bewirtschaftung des Irrsees ist. Es soll allen klar sein, dass es hier keinesfalls um eine Befischung geht, mit dem Ziel Maränen zu verwerten, sondern die Fische liefern wichtige Daten die uns zeigen ob der eingegangene Weg richtig ist oder ob man reagieren muss.
 
Dr. Gassner beim Einziehen des Multimaschen - Netzes. Dieses spezielle Netz hat Ihren Namen durch ihre Funktionalität in Folge von verschiedenen Maschenweiten. Gestaffelt hat dieser Netzsatz folgende Maschenweiten von 15 mm - 26 mm - 32 mm - 38 mm - 42 mm - 50 mm - 60 mm bei einer Netzlänge von 3 x 50 m. In diesen Maschenweiten verfangen sich Maränen aller Altersklassen und man kann dadurch Rückschlüsse auf das Abwachsen der verschiedenen Jahrgänge ziehen. Je mehr Maränen sich in diesem Netz verfangen, desto genauere Ergebnisse bekommen die Wissenschaftler für die Altersstrukturanalyse.
 
Jede Maräne wird auf eventuelle Verletzungen, wie eine eingerissene Oberlippe, untersucht.
 
Jetzt wird das Gewicht bestimmt.
 
Gemessen wird die Totallänge.
 
Zur Altersbestimmung wird eine Schuppenprobe entnommen und in nummerierten Säckchen zugeordnet.
 
Jetzt wird das Geschlecht bestimmt. Hier sehen wir die Gonaden eines Milchners.
 
Ein Rogner mit dem Reifegrad 3. Das heißt reifend und noch dieses Jahr laichreif.
 
Solche Maränen wollen wir auch in Zukunft fangen.
 

 

   

     
       
     
 
Für die diesjährige Untersuchung ergibt sich folgende Schlussfolgerung. Das Fangergebnis war mit ca.150 Stk. wieder sehr gut und das herunter gesetzte Mindestmaß dürfte durch vermehrten Ausfang weiterhin keine negativen Auswirkungen auf den Renkenbestand haben. Im Gegenteil, die Renken waren in guter Kondition und gingen in allen Altersgrößen in das Netz. Auf Grund dieser Untersuchung wird die weitere Bewirtschaftung des Renkenbestandes festgelegt und besonders das Mindestmaß hängt vom Ergebnis der Altersbestimmung in Verbindung mit der Laichreife ab. Die Fische wurden anschließend an die Konsortiumsmitglieder verteilt und einer sinnvollen Verwertung zugeführt.

 

Der Sportanglerbund Vöcklabruck und das Konsortium Zeller Irrsee danken allen Teilnehmern für den reibungslosen Ablauf der Befischung.

Petri Heil