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Besatz: Maränen aus naturnaher Mutterfischhaltung am Irrsee 2009 |
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| Besetzt wurden 400000 Stk. Maränenbrütlinge aus eigener Mutterfischhaltung. |
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| Durch die Mutterfischhaltung sind wir endlich in der Lage, unabhängig von allen Einflüssen und ohne Zukauf, eigenen und unverfälschten Besatz in unsere Gewässer einzubringen. Diese Bemühungen der letzten Jahre sind am Irrsee jetzt, dank der guten Zusammenarbeit mit der Fischzucht Kreuzstein, so weit fortgeschritten, dass es heuer erstmalig gelungen ist, Maränenlaich aus einer so genannten Mutterfischhaltung zu gewinnen. Endlich sind wir in der Lage, eigenen Laich von unseren Irrseemaränen in ausreichender Menge zu gewinnen und auszubrüten. Die Laichfischerei am Irrsee ist damit vorerst nicht mehr notwendig und wird nur noch zur Laichauffrischung angewendet. |
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| In diesen kleinen Teichen am Bundesinstitut Scharfling werden die Irrseemaränen gehalten. Der Vorteil dieser Methode ist, man hat jederzeit, wenn der Reifegrad der Maränen optimal (Milchend und Rinnend) ist, beide Geschlechter zur Verfügung um das Abstreifen durchzuführen. Es war ja immer ein Problem beim Laichfischen, entweder nur Milchner oder Rogner zu fangen, oder von beiden zu wenig. Ganz abgesehen vom Arbeitsaufwand der notwendig war um mit Probefischzügen zu untersuchen, ob die Maränen schon laichreif waren oder auch, oft genug, eben nicht. Durch die Mutterfischhaltung hat man jetzt von beiden Geschlechtern zur richtigen Zeit genügend Material zur Verfügung. Ein weiterer unschätzbarer Vorteil der Mutterfischhaltung ist die Sicherung des Genmaterials des eigenen Maränenstammes. Um die Eier zur künstlichen Erbrütung zu gewinnen, muss man die laichreifen Fische abstreifen. Das heißt mit mäßigem Druck auf die Bauchhöhle werden die Eier aus der Geschlechtsöffnung gepresst also abgestreift, in einer Plastikschüssel aufgefangen und mit der Milch der männlichen Fische vermischt und dadurch befruchtet. Am besten eignet sich dazu eine Gänsefeder um die empfindlichen Eier nicht zu verletzen. Nach dem Abstreifen werden die Maränen wieder in den Teich zurückgesetzt. Schnell erholen sich die Laichfische vom anstrengenden Laichvorgang und haben jetzt, bis zur nächsten Laichreife, ein Jahr Zeit um sich auf ein erneutes Abstreifen vorzubereiten. Bei der ersten Laichabgabe einer Maräne kann es jedoch durch eine eventuelle noch mindere Qualität zu erhöhten Verlusten kommen. Ideal sind daher Laichfische die 2 - 5-mal ablaichen. Auch hier hat man bei der Mutterfischhaltung die Möglichkeit nur Topqualität zu verwenden. Bei älteren Tieren nimmt die Qualität der Eier ja leider wieder ab. Große Maränen ab 60 cm oder Fische in den Altersklassen 10+ sind daher für eine sehr gute Laichqualität nicht mehr relevant. |
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| Pro Glas 200000 Stk. Eier – Eine enorme Menge |
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Coregoneneier sind nach dem Abstreifen leicht klebrig und müssen daher täglich ein paar Mal umgerührt werden. Auch für diesen Vorgang eignet sich am besten eine lange Gänsefeder. Die befruchteten Eier nehmen in den nächsten Stunden noch Wasser auf, man spricht von Aufquellen. Durch diesen Vorgang vergrößern sich auch das Volumen und die Härte der Eier. Nach einiger Zeit kann das Umrühren durch eine leichte Erhöhung des Wasserdurchflusses ersetzt werden. In Kreuzstein werden die befruchteten Coregoneneier in, von See oder Bachwasser durchströmten, Glasbehältern (Zugergläser) erbrütet. Von Seewasser durchströmt reifen die Eier jetzt dem Schlupf entgegen. Dieser Vorgang dauert ca.10 Wochen und kann durch Regelung der Wassertemperatur gesteuert werden. Idealerweise sollte die Wassertemperatur 7-8 Grad betragen. Die Eier sind durch den von unten kommenden Wasserdruck ständig in Bewegung, verkleben nicht mehr und bekommen ausreichend Sauerstoff. Um Pilzbefall zu vermeiden müssen abgestorbene oder unbefruchtete Eier mittels eines speziellen (Scharflinger) Eiersaugers entfernt werden. Diese Eier sind für einen geübten Betrachter leicht durch ihre auffällige weiße Haut zu erkennen. |
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| Planktonfressende Brütlinge |
| Hier sind sie, die ersten Brütlinge aus der Mutterfischhaltung. Die frisch geschlüpften Fischlarven sind kaum sichtbar, wie kleine Striche zeichnen Sie sich im klaren Wasser ab und nur in Behältern mit hellem Hintergrund kann man die Neuankömmlinge etwas genauer beobachten. In der Natur sind diese Larven natürlich sofort die Beute zahlreicher Räuber. Wahrscheinlich gibt es kaum einen Fisch, egal ob Fried - oder Raubfisch, der Coregonenlarven verschmäht und um diese natürlichen Verluste zu minimieren werden die Larven zum Teil vorgestreckt. Das Vorstrecken von Coregonen bedeutet nichts anderes, als ein nach dem Schlüpfen durchgeführter Fütterungsprozess der die Fischlarven auf eine bestimmte Größe wachsen lässt. Diese Umstellung vom Dottersack auf Plankton oder Trockenfutter ist ein kritischer Punkt bei der Aufzucht der Larven und sollte nur von einem erfahrenen Fischereimeister durchgeführt werden. Es gibt Untersuchungen die besagen, dass ein Besatz mit vorgestreckten Brütlingen einen wesentlich besseren Ertrag ergibt. Man geht davon aus, dass der Ausfall von natürlich im See geschlüpften Coregonenlarven bei 99 % liegt. Mit vorgestreckten Brütlingen sinkt dieser Prozentanteil auf 94% und dieser Umstand rechtfertigt auch den höheren finanziellen Einsatz für vorgestreckte Maränen. Da man natürlich große Mengen von Plankton zur Aufzucht benötigt, besitzt jede Aufzuchtstation ein mobiles oder wenn man einen geeigneten Seeauslauf hat, ein stationäres Planktonnetz, um ständig genügend Futter zur Verfügung zu haben. |
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| In, mit Sauerstoff angereicherten, Transportbehältern werden die Maränen vorbereitet. Vorbereitet heißt auch, dass die Brütlinge an die jeweilige Temperatur der zu besetzenden Gewässer angepasst werden. Entweder passiert das durch langsames Beigeben von Seewasser oder mit durchsichtigen Kunststoffbeuteln, die vor dem Besatz in Seewasser gelagert werden. |
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| Tausende Brütlinge stehen jetzt kurz vor dem Besatz. Ist eine Temperaturangleichung gegeben, so kann die Besatzaktion beginnen. |
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In der Seemitte, weit weg von ihren Fressfeinden, werden die Maränen besetzt. Da es sich bei Coregonen um Schwarmfische handelt, passiert dieser Vorgang von einem langsam fahrenden Boot. Die Brütlinge sollen ja einen Schwarm bilden und nicht einzeln umher irren. Durch das langsam fahrende Boot haben sie auch keine Gelegenheit sich unter dem Bootskörper zu verstecken. Jetzt befinden sich die Coregonen endlich in ihrem angestammten Lebensraum. Die Natur hat es so eingerichtet, dass sich jetzt schon ausreichend Plankton im See befindet. Die Maränen finden also bei ihrer Ankunft einen reich gedeckten Tisch vor. Ideale Bedingungen um gut abzuwachsen und den guten Maränenbestand am Irrsee auch für die Zukunft zu sichern. |
| Wir danken dem Team von der Aufzuchtstation rund um FM Kletzl für die gute Zusammenarbeit und Dr. Gassner vom BAW für das geduldige Beantworten unserer Fragen. |
| Im Arbeitseinsatz waren: |
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Schmiderer Paul, Mikstetter Rudolf |
| Der SAB und das Konsortium Zeller/Irrsee bedanken sich bei den Helfern für Ihre Mitarbeit mit einem kräftigem |
| Petri Heil |