Besatz: Maränenlarven und Brütlinge aus naturnaher Mutterfischhaltung am Irrsee 2011

Besetzt wurden 270000 Stück Maränenlarven 10 mm aus Mutterfischhaltung.
100000 Stück Maränenlarven 15 mm.
Zusätzlich wurden 20.000 Stück vorgestreckte Maränen aus Mutterfischhaltung bis 100 mm in den Irrsee eingebracht.
Transportsack für Fischlarven

Für einen nachhaltigen Fischbesatz sind schon im Vorfeld einige Kriterien zu beachten. Besonders bei Besatz mit Fischlarven ist der richtige Zeitpunkt für das weitere Abwachsen von großer Wichtigkeit. Denn ohne geeignete und ausreichende Nahrung ist der Besatz dem Hungertod preisgegeben. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Besatz mit Maränenlarven. Neben einem ausreichenden Planktonvorkommen ist auch die Witterung am Tage des Besatzes für ein Gelingen mitentscheidend. Idealerweise wählt man einen sonnigen Tag mit wenig Wind um ein Verdriften des Bootes und damit auch der Larven zu vermeiden. Maränen sind Fische des Pelagials (Freiwasserzone) und brauchen gerade in den ersten Monaten den Schutz des Schwarms. Es muss auch ausreichend Zooplankton im See vorhanden sein. Larven in dieser Größe ernähren sich ja fast ausschließlich von Copepoden (Hüpferlinge). Es ist daher sinnvoll, Maränen soweit vorzustrecken, damit ihr Nahrungsspektrum erweitert und auch Cladoceren (Ruderfußkrebse) beinhaltet. Die Überlebensrate der Larven steigt daher mit der Größe in der man sie besetzt. Hier kommt die langjährige Erfahrung bei der Bewirtschaftung eines Sees zum Tragen. Allerdings können sich gewisse Dinge bedingt durch Temperatureinflüsse verändern. Es kann also nie schaden in gewissen Abständen die Population des im Frühjahr vorhandenen Planktons zu untersuchen. Die Messboje wird uns daher  in Zukunft mit diesen wichtigen Daten beim Besatz mit Maränenlarven unterstützen. Hat man all diese Kriterien berücksichtigt und der Zeitpunkt für den Besatz passt wird die Besatzaktion vorbereitet.

 
„Maränenvater“  Reitinger Hans weiß es ganz genau. Maränenlarven sind sehr empfindlich und bei unsachgemäßem Transport können Verluste sehr hoch sein. Der heikle Besatz wird daher gemeinsam mit den Profis von der Brutzuchtanstalt Kreuzstein durchgeführt. Mit ihrer Erfahrung funktioniert der Besatz reibungslos und man bekommt wertvolle Tipps betreffend Fischbesatz und die zeitgerechte Einbringung in das Ökosystem Irrsee. Geliefert werden die Maränenlarven in mit Sauerstoff angereicherten Plastiksäcken. Nach einer Temperaturüberprüfung und einer eventuell notwendigen Anpassung werden die Larven an geeignete Stellen im See transportiert.
 
Schonender kann man Fischlarven eigentlich nicht besetzen. Kein Netz und keinerlei berühren der empfindlichen Fischlarven ist nötig. Der Sack wird einfach geöffnet, der Inhalt mit Seewasser vermischt, und die Larven werden in den See gespült. In der Freiwasserzone  finden die kleinen Larven in ihrer ersten Lebensphase, wenn das Nahrungsangebot passt, jede Menge Nahrung.
 
Ca.8 Wochen alte Irrsee Maränenlarven aus unserer Mutterfischhaltung in ihrer ersten Freßphase. Diese winzigen Larven sind der Grundstock für die zukünftige Maränenfischerei am Irrsee. Aber nicht nur  Maränenlarven wurden besetzt, sondern auch 20000 Stk. vorgestreckte Maränen bis 100 mm. Wie schon beschrieben steigert ja die Größe auch die Überlebensrate. Ein Teil der Larven wurde daher zurückbehalten und in einer Teichanlage unter kontrollierten Bedingungen bis auf eine Länge von ca.100 mm vorgestreckt.
 
Maränenlarven im Pelagial des Irrsees
 
Am Irrsee angekommen werden die Fische, um Verletzungen zu vermeiden, nur einmal mit feinmaschigen Spezialkeschern vom Transportwagen in Eimer umgesetzt. Ab jetzt kommen sie nur noch mit Wasser in Berührung und mit Sauerstoff belüfteten Behältern geht es nun raus auf den Irrsee. Die Setzlinge werden ebenso wie die Larven in der Seemitte besetzt. Denn auch, oder gerade bei Maränen gilt, je genauer und umsichtiger besetzt wird, desto mehr Erfolg ist einer Besatzaktion beschieden. Jetzt im Juli ist der Tisch reich gedeckt und unsere Maränensetzlinge haben damit die besten Chancen zu kapitalen Exemplaren abzuwachsen.
 

Ca. 20 Wochen alt sind diese Setzlinge aus eigener Mutterfischhaltung und warten in perfekter Kondition auf den Besatz im Irrsee.

 
Der SAB und das Konsortium Zeller/Irrsee bedanken sich bei den Helfern für Ihre Mitarbeit mit einem kräftigem
Petri Heil