 |
Zurück |
|
Maränenfischen am Irrsee |
|
Maränenschonzeit am
Irrsee 01. Nov. - 30. Jänner |
|
|
|

|
|
Als Wegweiser für
Neulinge sind hier ein paar Maränenplätze eingezeichnet. |
|
|
 |
|
Renkenfischer am Zeller Irrsee/OÖ |
|
Wenn man an den Irrsee kommt und über den See
blickt, fallen einem sofort die großen Ansammlungen von Booten auf.
Ausgerüstet mit sensiblen Ruten, versammeln sich
Renkenfischer an bestimmten Stellen unserer Seen und machen hochkonzentriert
Jagd nach den silbernen Schätzen in der Tiefe. Um auf
die Faszination Renkenangeln etwas näher eingehen zu können, drehen wir das
Rad der Geschichte etwas zurück und begeben uns auf eine Reise zu den
Anfängen der Hegenenangelei am Zeller Irrsee. |
|
|
 |
|
Im Jahre 1961 geschah am Irrsee folgendes: |
|
Der Leiter der Bundesanstalt für Fischereiwirtschaft und
Gewässerkunde Scharfling Dr. Einsele empfahl als Besatz für den Irrsee die
Maräne, eine nordische Abart der Reinanke. Die Maräne ist eine sehr
widerstandsfähige Fischart, an der die Gewässerbesitzer ihre Freude haben
werden. 1968 wurde dieser Empfehlung stattgegeben und 2100 Maränen in den
Irrsee eingesetzt. Diese bisher dem Großteil der
Angler unbekannten Fische fanden im Irrsee hervorragende Bedingungen vor und
wuchsen zu kapitalen Exemplaren ab. Die ersten Maränenfänge wurden als
anfänglicher Beifang beim Saiblingschleppen mit einer speziellen Tiefenrolle
gemacht. Als Köder verwendete man kleine, sich um die eigene Achse drehende
Blinker, aus Alu oder Weißblech. Maränen in Stückgewichten bis zu 5 kg und
Längen von 80 cm waren durchaus keine Seltenheit. Weiters machten sich
Abends große über den See ziehende Maränenschwärme an der Wasseroberfläche
bemerkbar. Das Wasser kochte über durch die Vielzahl der Fische und Angler
versuchten vergebens ein paar Fische dieser Schwärme zu erwischen. Man
rätselte über dieses eigenartige Verhalten und probierte alle möglichen
Fangmethoden aus. Da auch viele Mückenlarven an der Wasseroberfläche zu
sehen waren, war bald eines klar. Die Maränen nahmen die aufsteigenden
Insekten in der Tiefe und kamen dadurch auch in höhere Wasserschichten.
Jetzt begann die Stunde der Angler. |
 |
|
An der Grafik erkennt man deutlich wie explosionsartig der
Ausfang von Maränen, durch den erstmaligen Einsatz von Hegenen, anstieg. |
 |
|
Irrseemaränen 1986 |
|
Für den Ausbau dieser Seite würden wir uns
über Fotos von der Renkenfischerei in dieser Zeit freuen. |
|
|
|
Die ersten Hegenen aus der Schweiz kamen zum Einsatz. Es
wurden Maränen in Stückzahlen und Größen gefangen, die man niemals für
möglich gehalten hätte. Die Kunde dieser Superfänge machte schnell seine
Runde und am Irrsee entstand eine Fischerei wie sie damals in Österreich
einmalig war. Der Siegeszug der Hegene begann. Hunderte Angler saßen in der
Hauptsaison in Ihren Booten und zupften auf Maränen. Die Schnüre waren
damals noch in Durchmessern im Einsatz mit denen heutzutage kein Angler mehr
fischen würde. Eine 0,25er war keine Seltenheit und es wurden natürlich auch
reichlich Maränen damit gefangen. Als dann die ersten Renkenschwimmer
auftauchten, ging es richtig los. Der See war bald übersät mit allen
möglichen Renkenschwimmern. Von monströsen Styroporkugeln bis hin zu
schlanken Dreh und Drink - Flaschen war alles zu sehen. Da waren richtige
Pioniere am Werk, die diese Angelart ständig verbesserten und verfeinerten.
Die Farben der Nymphen spielte damals noch keine so große Rolle. Aber auch
hier wurde ständig probiert und verbessert und bald kristallisierten sich
bestimmte Grundfarben als am fängigsten heraus. Diese Grundmuster haben den
Lauf der Zeit überdauert und fangen auch heute noch ihre Renken. Die
bekannte Irrseebrombeer ist das Ergebnis solcher langjähriger Erfahrung.
Leider gab es ein paar schwarze Schafe unter den Anglern die durch zuwenig
Selbstbeschränkung Massenfänge mit Stückzahlen bis zu 80 Renken machten. Die
Hegene bekam sehr schnell einen schlechten Ruf als
Massenfanggerät und der Maränenbestand wurde regelrecht
abgefischt. Einschränkungen bei der Rutenzahl und bei den Ausfängen waren
die Folge. In den letzten Jahren hat sich der Maränenbestand aber wieder
stabilisiert und durch eine umsichtige Bewirtschaftung wird versucht diesen
Bestand auch zu erhalten. Tourismus und Seenbewirtschafter
profitieren heute von den zahlreichen Renkenanglern, die den
Irrsee bevölkern. |
|
|
 |
|
Die letzten Schneereste des vergangenen Winters, die
wärmenden Strahlen der Frühjahrssonne und ein spiegelglatter See inmitten
der grandiosen Naturkulisse des Mondseelandes kündigen die neue
Maränensaison
am Irrsee an. Endlich geht´s wieder los mit Nymphen,
Nymphenfarben und Beißzeiten. Die besten Angelplätze für
Maränen sind am
Irrsee leicht zu finden, da sich der Seegrund relativ gleichmäßig
dahin zieht und keine solchen Abbrüche wie z.b. am Attersee vorkommen. Im Frühjahr ist die
Maräne praktisch
überall anzutreffen. Im Sommer wird die Sache schon ein bisschen
schwieriger, da sich die Maräne durch erhöhtes Planktonaufkommen in
der Nahrungsaufnahme umstellt. An speziellen Stellen lässt sie sich
aber auch im Sommer sehr gut fangen. Auch im Herbst geht die
Maräne
wieder sehr gut. Da der Irrsee ein überschaubares Gewässer ist,
sieht man sofort an den Bootsansammlungen, wo sich ein guter
Fangplatz befindet. Wenn man so einen Platz ansteuert, unbedingt
immer genügend Abstand zum nächsten Fischer halten und auch fragen
ob der Abstand reicht. Man vermeidet so manch unnötige Konfrontation
und lernt oft neue Fischerfreunde kennen. |
|
|
 |
|
Vor dem Fang kommt immer die Suche nach der
richtigen Tiefe. Hier können schon ein paar Meter über den Fangerfolg
mitentscheiden. Die Fangtiefe für Irrsee Maränen liegt in der
Regel zwischen 10 und 20 m. Speziell im Frühjahr lohnt sich aber auch ein
Versuch im Flachwasser mit 5m Wassertiefe. Besonders
größere Exemplare sind oft an
diesen Stellen anzutreffen und natürlich auch zu fangen.
|
|
|
 |
|
Der Irrsee kann einen unerfahrenen
Renkenangler aber auch zur Verzweiflung bringen. Da ist der See voll mit
Maränen und es geht nichts. Oft genug hört man am Irrsee diese Worte. Aber
genau so oft hört man von langjährigen Renkenanglern den Satz, vor 16:00 Uhr
brauchst gar nicht anfangen. Die Maränen am Irrsee haben anscheinend eine
innere Uhr und halten sich oft auf die Minute genau an ihre Beißzeiten.
Diese können jedoch jahreszeitlich variieren und meistens sind es die
Abendstunden die uns ein Petri Heil bescheren. |
|
|
 |
|
Das Maränenzupfen
funktioniert natürlich nur vom Boot aus. Eine gute Gewässerkunde und ein
wenig Beobachtungsgabe sind die Voraussetzungen die einen guten
Angler ausmachen. Man kann sich natürlich auch einen
Pulk Maränenangler suchen und sich dazustellen. Da
die Renken auf der Suche nach Nahrung aber überall umherziehen und der See
viel Platz zum Angeln bietet, würde ich einen eigenen Angelplatz bevorzugen.
Gute Stellen im See sind lange seichte Buchten mit schlammigen Untergrund.
Steilufer mit Pflanzenbewuchs sind ein Geheimtipp. Wenn an diesen Stellen
auch noch Mückenlarven an der Oberfläche schwimmen, steht einer
erfolgreichen Angelei nichts mehr im Wege. Man lässt seine Montage auf Grund
und beginnt mit dem Heben und Senken der Hegene. Der Biss ist erkennbar
indem sich an der Rutenspitze ein leichtes Runterdrücken
einstellt, oft wird sie auch angehoben (Heber). In jedem Fall ist ein
sofortiger Anhieb zu setzen um die Maräne zu haken.
Gezupfte Maränen liefern einen sehr guten Drill mit
oft vehementen Fluchten, den der Angler nur nach langem Rauf und Runter für
sich entscheiden kann. Bei einem Maränendrill ist
auch Geduld angesagt, da man mit zu starkem Forcieren die Renke leicht durch
Ausschlitzen verliert. Besonders schwere Maränen sind
nur sehr mühsam vom Grund weg zu bekommen und verlangen einem
Angler alles an anglerischem Geschick ab. Durch
gefühlvolles Drillen vermeidet man einen unnötigen Fisch und Hegenenverlust. |
|
|
 |
|
Maränen wissen nicht nur in der Tiefe zu
kämpfen, sondern liefern auch an der Oberfläche spritzige Einlagen.
Besonders im Frühjahr vollführt eine Maräne im Drill wahre Kunststücke. |
|
|
 |
|
Bei untermassigen Maränen ist schonendes
Abhaken, wenn möglich ohne Anwendung eines Keschers, angesagt. Unser Obmann
zeigt hier wie eine Maräne, ohne sie zu berühren, abgehakt wird. Natürlich
funktioniert das nicht immer, aber ein erfahrener Maränenfischer sieht
sofort wie und wo der Haken im Maränenmaul sitzt und kann sich entscheiden
wie er den Fisch vom Haken löst. |
|
|
 |
|
Zu guter Letzt kommt natürlich als Fanggerät
für Maränen die Hegene. Die optimale Hegene für den Irrsee ist aber ein
Mysterium. Alle möglichen Muster werden gefischt und jeden Tag gibt es
Diskussionen um die richtige Farbe. So soll es auch sein, denn was wäre ein
Tag am Wasser ohne diese Farbvergleiche. An der Farbe Brombeer kommt am
Irrsee allerdings keiner vorbei und man ist gut beraten 2- 3 Brombeernymphen
an die Hegene zu knüpfen. |
|
|
 |
|
Gezupfte Irrseeschönheiten |
|
|
|
Fair Play am Irrsee |
|
Fair Play beim Angeln bedeutet
Fairness gegenüber den Fischen und unseren Mitanglern. Gerade unter den
Maränenanglern ist ein rücksichtsvolles Verhalten am
Fischwasser sehr wichtig. Da sich an den guten Renkenstellen oft sehr viele
Boote versammeln ist eine gewisse Rücksicht auf andere Boote notwendig. Wenn
man so einen Platz ansteuert, unbedingt immer genügend Abstand zum nächsten
Fischer halten und auch fragen ob der Abstand reicht. Angeln
sollte bedeuten, gemeinsames Erleben unter Freunden
und nicht einem Fangrausch zu unterliegen. Da mit der Hegene an guten Tagen
durchaus Massenfänge möglich sind, ist Selbstbeschränkung sehr wichtig.
Niemand hat etwas davon in einem Jahr hunderte Maränen
zu fangen, dadurch zusätzliche Fanglimits heraufzubeschwören, um ein Jahr
darauf mit mehr Kontrolle seitens der Bewirtschafter,
der Renkenfischerei nur mehr eingeschränkt nachgehen zu können. Mindestmaße
sollte man auch ohne Hinweis eines Kontrollorgans einhalten. Da
Coregonen sehr empfindliche Fische sind,
ist schonendster Umgang sehr wichtig und man sollte untermassige
Maränen oder solche die man zurücksetzt nur mit
feuchten Händen berühren. Leider gibt es unter den Maränenanglern
aber auch schwarze Schafe die statt eines Metermaßes anscheinend einen
Fleischteller mithaben und alles abschlagen was in die Pfanne passt. Dem
müssen wir entgegenhalten und durch entsprechendes Verhalten am Fischwasser
das vielerorts angeschlagene Image der Hegene wieder aufpolieren. Nur so
kann man auch in Zukunft, gemeinsam mit dem
Bewirtschafter, eine nachhaltige Maränenfischerei
garantieren. |
|
|
|
Petri Heil |
 |