Projekt: Laichmatten für Zander am Baggersee Regau und Zeller Irrsee

Zurück zur Natur, unter diesem Aspekt steht unser neuestes Projekt für den bei Sportanglern äußerst beliebten Zander. Zurück zur Natur heißt aber auch, weniger Besatz mit fangfähigen Fischen, sondern den vorhandenen Bestand durch den Einsatz von zusätzlichen Laichmöglichkeiten ein effizienteres Ablaichen zu ermöglichen. Die natürliche Fortpflanzung sollte ja das vordergründige Ziel einer Gewässerbewirtschaftung sein. Das Ziel ist, einen sich selbst reproduzierenden Zanderbestand in unseren Gewässern aufzubauen und den vorhandenen Fischen eine optimale Eiablage zu ermöglichen. Das Problem der natürlichen Fischreproduktion in strukturarmen Baggerseen ist ja auch unserem Verein bekannt und durch den Einsatz von Laichmatten versuchen wir für die Fische perfekte Bedingungen zu schaffen. Laichmatten oder Bürsten wie sie noch genannt werden können mittels Rahmen, oder auch besonders für den Zander als Knäuel zusammen gebunden, als Laichhilfe verwendet werden. Diese Bürsten werden auch von anderen Fischen, wie Weißfische oder Barsche, als Laichhilfe angenommen und können daher innerhalb eines Jahres mehrmals verwendet werden. Nach Ende der Laichzeiten werden die Polypropylenbürsten wieder aus dem Gewässer entfernt, sorgfältig gereinigt und für den nächsten Einsatz vorbereitet. Hier liegt der, aus unserer Sicht, große Vorteil der Laichbürsten gegenüber den, auch zur Diskussion gestandenen, Laichbäumen. Da Laichbäume in der Regel ausgediente Christbäume sind, die meistens auch im Gewässer verbleiben, stellen sie ein großes Hindernis, besonders am Baggersee Regau für unsere Uferangler dar. Gute Uferangelplätze mit alten Christbäumen unbefischbar zu machen ist aber nicht unser Ziel, da eine gute Gewässerbewirtschaftung natürlich auch den Lizenznehmer zu berücksichtigen hat.
Unser Gewässerwart mit den Laichmatten am Baggersee in Regau.
 Dieses Gewässer wurde im Vorjahr, wir berichteten im letzten Journal, erstmalig mit Zandern besetzt. Der Baggersee bietet dem Zander mit seinem harten sandigen Boden perfekte natürliche Bedingungen und unsere Laichbürsten werden diesem Raubfisch jetzt auch geeignete Ablaichmöglichkeiten gegeben. Der Zander sucht zum Ablaichen ab einer Wassertemperatur von 10° C die Uferbereiche auf und legt seine Eier an Pflanzen, Steinen und versunkenen Astwerk ab. In kühleren Gewässern kann die Laichaktivität auch bei unter 10° C beginnen. Hier müssen wir noch Erfahrungen sammeln. Zander laichen immer paarweise, wobei meistens der Milchner als erster am Laichplatz erscheint und zum Nestbauen beginnt. Das kann bei fehlenden Wurzelwerk oder Pflanzen auch eine flache sandige Mulde sein. Wir hoffen natürlich dass die laichenden Zander unsere Laichbürsten annehmen und sich zur Eiablage animieren lassen. Die Eier sind klebrig und werden von den Weibchen auf die Laichmatten geheftet. Die Anzahl der Eier kann beim Zander stark schwanken. Als Zahlen werden 25000 bis zu 2 Millionen genannt. Die Menge der Eier richtet sich auch nach dem Gewicht eines laichreifen Fisches. Nach der Eiabgabe werden die Eier sofort vom Männchen befruchtet und bis zum Schlüpfen der Brut auch bewacht. In dieser Zeit ist das Männchen sehr aggressiv und verteidigt sein Gelege gegen alle möglichen Laichräuber.
 
An geeigneten Stellen werden die künstlichen Zandernester in einer Tiefe von 3 - 5 Metern versenkt.
 
 Diese speziellen Laichmatten kommen aus der Fischindustrie und werden bei der Zanderzucht sehr erfolgreich angewendet. Auch in der Natur werden die Eier an Pflanzen und feinen Ästen abgelegt, wobei es hier oft zu Verpilzung und hohen Verlusten kommt. Bei der Verwendung von Ablaichbürsten werden diese möglichen Pilzinfektionen minimiert. Diese Bürsten sind aus sehr weichem und grünem Polypropylen hergestellt, damit sich die Fische nicht verletzen können.
 
Auch am Irrsee werden in Ufernähe die Laichmatten an bekannten Zanderplätzen in 3 - 5 Meter Tiefe ausgelegt.
 
Eine Laichmatte versinkt am Irrsee und soll zusätzlich zu den natürlichen Ablaichmöglichkeiten dem Zander ein optimales Ablaichen ermöglichen.
 

Die Laichmatten wurden mit Würfel gekennzeichnet. Abstand halten ist jetzt oberstes Gebot. Zander sind so genannte Nestwächter, bewachen ihr Gelege und greifen Eindringlinge sofort an. Es gibt gefilmte Szenen wo Zander sogar Taucher, also übermächtige Gegner, vehement attackieren. Einen Zander an seinem Nest zu fangen bedeutet also eine grobe Unsportlichkeit.

Der SAB - Vöcklabruck hofft mit dieser erstmaligen Aktion einen guten Zanderbestand am Baggersee Regau aufzubauen und den bestehenden Bestand am Irrsee zu unterstützen.
Petri Heil