Das Pangasius Filet

Immer wieder höre ich wahre Lobgesänge von einem Fisch, der sich Pangasius nennt. Um die Dinge ins rechte Lot zu richten, darf ich von einem Besuch einer solchen Zuchtanstalt im Mekong berichten. Ende Jänner bis Anfang Februar 2004 fuhr ich mit einem Schiff von Kambodscha nach Saigon auf dem Mekong. Dabei wurde uns südlich von Saigon, im Mekongdelta, eine Pangasius Zucht gezeigt, die mich als Fischer natürlich besonders interessierte. Das Wasser des Mekong, in dem diese Fische aufwachsen, verdient sich redlich den Namen Kloake! Ein Schluck daraus oder auch nur ein einziger Tropfen führt zu nicht unbeträchtlichen Folgen, wie ich aus einem früheren Besuch in Vietnam am eigenen Leib erfahren konnte.
Die Hälterung dieser Fische, wie aus den beiden von mir selbst gemachten Fotos leicht ersichtlich, hat mit artgerechter Tierhaltung, Hygienegesetzen etc. soviel zu tun, wie ich mit der Atomphysik. Als Fischer wehre ich mich immer gegen den Ausdruck „minderwertige Fische“, den ich hier in unseren Gewässern für Weißfische immer wieder höre. Der Pangasius – eigentlich ein welsartiger Fisch - gehört aber meines Erachtens in genau diese Rubrik, denn die Wasserqualität, gepaart mit dem unerträglichen Gestank der „Fütterungsballen“ ist abenteuerlich. Den einzigen Vorteil, den dieser Fisch besitzt, ist die Grätenlosigkeit des Filets und auf Grund dieser und der weiten Entfernung der Zucht, verschwimmen die Begleitumstände der Entstehung.
 

Freilich klingt Pangasius, verbunden mit wenigen Gräten, besser als „Russnase“ aus dem Attersee, wenn man bei den Weißfischen beginnen sollte. Es gibt nur einen ganz entscheidenden Unterschied: Unsere heimischen Seenfische entstammen Trinkwasser und ernähren sich auf natürlicher Basis und das ist allemal ein Vorteil, der durch nichts, aber auch gar nichts ersetzbar ist. Und allen jenen, die mehr Gräten unserer Fische ins Treffen führen, sei schlicht und unergreifend gesagt: Es gibt Methoden, Weißfische so zuzubereiten, dass niemand Angst vor den Gräten haben muss und trotzdem auf den Genuss unserer Alpenfische nicht verzichten muss. Und dabei haben wir mit den Weißfischen den Vergleich begonnen. Wenn wir aber die wahren Genüsse wie Seesaibling, Seeforelle, Reinanke und Co. aus unseren Voralpenseen diesem armseligen Pangasiusfisch gegenüberstellen, ist klar, wer der Sieger sein wird, da gibt es nicht den geringsten Zweifel.

 
Fazit: Lieber eine Rußnase in der Pfanne als den Pangasius im Einkaufskorb!
Petri Heil
Josef Eckhardt