Maränen - Laichfang mit Ringwade am Irrsee 2003

 

Der 1. Dezember war heuer der Stichtag für den Beginn der Maränen - Laichfischerei am Zeller Irrsee. Durchgeführt wurde die Laichfischerei von Mitarbeitern des Bundesinstitutes Scharfling. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten waren der Konsorte Huber und Vertreter des Vorstandes des  SAB - Vöcklabruck anwesend.

Um die Maränen so schonend als möglich abzufischen, wurde erstmals eine so genannte Ringwade eingesetzt. Mit dieser Technik ist es möglich die Maränen unverletzt zu fangen und nach dem Abstreifen großteils wieder zurück zu setzen.

Die Ringwade ist ein Fanggerät der Hochseefischerei und wurde um 1820 in den USA erfunden. Das bis zu 160 m lange und 12 m tiefe Netz wird ringförmig um einen Fischschwarm ausgelegt.

Die Oberleine wird durch Schwimmer an der Oberfläche gehalten. Um das Netz im Wasser gestreckt zu halten sind an der Netzunterkante Bleigewichte eingenäht. Anschließend wird das Netz mit der an der Unterleine befindlichen Schnürleine unten zugezogen so das die Fische völlig vom Netz eingeschlossen sind.

 
 

Für diese arbeitsintensive Art der Laichfischerei benötigt man ein großes Boot mit flachem Boden. Das Aluboot des Bundesinstitutes Scharfling ist mit seinen hohen Bordwänden und der großen Arbeitsfläche optimal für die Ringwadenfischerei geeignet. Zusätzlich ist das Boot mit einem umweltfreundlichen 25 PS 4 Takt Motor ausgestattet. Dieser starke Motor ist notwendig um den Ring beim Auslegen der Ringwade so schnell als möglich zu schließen.
 

Das Herzstück einer Ringwade sind die an der Netzunterkante befindlichen Ringe durch die eine Schnürleine gezogen wird.

Am Ende der Schnürleine wird ein großer Karabiner eingebunden um den Ring nach dem Auslegen schell zu verbinden.

   

Zu guter Letzt wird die Ringwade im Boot mit großer Sorgfalt am Bootsboden ausgelegt um ein sicheres Setzen zu gewährleisten.

Die Ringwade ist ordnungsgemäß verstaut und der Laichfang kann beginnen.

 

Als erstes wird eine Boje gesetzt, um die Ringwade auf Zug zu halten.

 

Jetzt wird so schnell als möglich ein Kreis gefahren. Die Ringwade wird geschlossen und der Netzzug kann beginnen.
   

Während ein Mann die Schnürleine auf Zug hält beginnen die anderen Fischer mit dem Einholen des Netzes. Mit der im Einsatz stehenden Ringwade können ca. 1000 m² abgefischt werden.

   

Die Schnürleine mit den Ringen und die Netzunterkante wird ins Boot gehoben und die Ringwade wird eingeholt.

Durch die Bleigewichte an der Netzunterkante und der geringen Maschenweite entsteht ein gewaltiger Druck und nur mit vereinten Kräften kann das Netz wieder gehoben werden.  
Mit gespannten Erwartungen kommt jetzt die letzte Phase der Ringwadenfischerei.

 

Unversehrt kommen die Maränen an die Wasseroberfläche und werden schonend mit großen Keschern geschöpft. Durch die enge Maschenweite die dem Ende der Wade nach immer enger wird, gibt es praktisch keine Verletzungen der Kiemen oder Flossen unserer Laichfische.

   

Zum Teil werden die Maränen  schon jetzt auf Ihre Laichreife untersucht. Da mehr Milchner im Netz sind als gebraucht werden, können diese Dank der schonenden Fangweise unverletzt sofort wieder zurückgesetzt werden.

   

Jetzt muss alles sehr schnell gehen. Um die empfindlichen Laichfische nicht noch mehr Stress auszusetzen, werden sie umgehend in ein vorher in den See eingebrachtes Netzgehege gesetzt.

 

Unversehrt schwimmen die Maränen im Netzgehege und warten auf Ihre Laichreife. Nach dem Abstreifen werden die Maränen wieder in den See eingebracht und sorgen mit Ihrem Nachwuchs für eine, auch in Zukunft nachhaltige, Fischerei.